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Dreitages-Hüttentour in den Lechtaler Alpen

Am letzten schönen Septemberwochenende habe ich noch einmal eine Hüttentour in den Lechtaler Alpen gemacht. Beginnend vom Wanderparkplatz in Grins (Tirol) ging es in drei Tagen auf die AUgsburger Hütte, danach auf die Memminger Hütte und zum Schluss noch zur Ansbacher Hütte. Wer Lust hat, kann die Tour auch in vier Tagen machen und geht von der Ansbacher Hütte über den Augsburger Höhenweg zurück auf die Augsburger Hütte und dann hinunter ins Tal.

Eine Kuh auf dem Weg zur Augsburger Hütte.

Grins – Augsburger Hütte – Blankahorn

Übernachtet hatte ich in Zams am Parkplatz der Venet Bergbahn in meinem Campster  und konnte dementsprechend früh zur Augsburger Hütte aufbrechen. Vom Wanderparkplatz, der hinter dem Freibad in Grins ist, ging es erst gemächlich und dann schon sehr steil in Richtung Augsburger Hütte, die das letzte Wochenende offen hatte in der Saison. Im August hatte ein Erdrutsch einen Teil des Weges weggeschwemmt, sodass man erst einen Bach etwas tiefer als am Normalweg überqueren musste, um dann eine ordentliche Rinne unterhalb der Augsburger Hütte zu durchschreiten. Alles im allem kein großes Problem für einen trittsicheren Wanderer. Nachdem ich wie üblich viel zu schnell unterwegs war im Vergleich zu der offiziellen Ausschilderung wanderte ich nach einer kurzen Pause in der Hütte (Marschgepäck habe ich im Zimmer gelassen) und nach einer Empfehlung der Hüttenwirtin weiter zum Blankahorn, der richtig unscheinbar mit seinen 2.823 Metern Höhe rechts der Hütte liegt. Allerdings hatte es die Tour ins sich. Erst ging es über eine 50 Meter Leiter auf einem Jägersteig in die Tiefe, der danach noch vielleicht hundert Meter am Seil in die Tiefe folgte. Alleine dieser erste Abstieg war schon spektakulär.

Richtung Blankahorn muss man erst einmal eine 50 Meter Leiter bezwingen – und am Ende auch zurück.

Im Furmentatal angekommen geht es dann an einem großen Findling links weg – hier muss man ein wenig aufpassen, weil der Weg nicht klar gekennzeichnet ist. Man folgt dem Weg an einer Jägerhütte vorbei nach oben und hat im Rücken immer den herrlichen Blick auf die Augsburger Hütte und die dahinter liegenden Bergzüge. Am Lärchikopf – ein sanfter Rücken auf halber Höhe zum Gipfel machte ich dann meine wohlverdiente Rast und folgte dann dem Weg, der links am Lärchikopf weg in Richtung Gipfel geht. Auch hier war die Beschilderung nicht optimal, sodass ich erst einmal dem Weg rechts folgte.  Jetzt geht es richtig steil nach oben und die Lechtaler Alpen machten ihrem Ruf einer der steilsten Gebirgszüge in den Alpen zu sein alle Ehre. Über die Südflanke wandert man dann nach oben bis der Gipfel zum Greifen nahe ist, allerdings kommt kurz zuvor noch eine kleine Schwierigkeit dazu, aber der schmale Weg am Grat ist mit Seilen gesichert und ist dementsprechend keine große Hürde – immer Trittsicherheit und Schwindelfreiheit vorausgesetzt. Zurück geht es über den gleichen Weg, der dann zum Schluss noch mal alles vom Wanderer abverlangt, weil man natürlich die seilgesicherte Stelle genauso hochsteigen muss wie die Leiter. Das leckere Essen auf der Hütte und der tolle Ausblick belohnen aber für die Mühen.

Die obligatorischen Gipfelfotos am Blankahorn.

Fakten:

Aufstieg zur Augsburger Hütter: 2.15 h (regulär etwa 4 Stunden)
Blankahorn: 4h (hier stimmen die Zeitangaben einmal
Aufstieg: ca.1900  hm
Abstieg: ca. 850 hm

Augsburger Hütte – Gatschkopf – Patrolscharte – Spiehlerweg – Seeköpfe – Memminger Hütte

Früh am Morgen ging es dann weiter in Richtung Memminger Hütte, die vielen Wanderern ein Begriff sein dürfte, schließlich liegt die Hütte auf der Route der E5-Alpenüberquerung und ist dementsprechend gut frequentiert. Ich wollte natürlich einen Gipfel mitnehmen und nahm deswegen die Route über den Gatschkopf. Wie schon am Vortag ging es gleich steil nach oben vorbei an einigen Schafen bis auf 2.945 Meter zum Gipfelkreuz. Nach eineinviertel Stunden erreichte ich den Gipfel von dem man einen herrlichen Blick auf den Sonnenaufgang in den Tiroler Alpen hatte. Man folgt dem Weg weiter bis zur Patrolscharte und hat dabei immer den höchsten Gipfel der Lechtaler Alpen, die Parseierspitze (3.038m) im Blick. Nachdem ich keinen Helm dabei hatte und der Gipfel zudem nur über eine leichte Kletterpassage (Steinschlaggefahr) zu erreichen ist, bog ich auf der Scharte rechts ab in Richtung Memminger Hütte.

Der Gipfel des Gatschkopf beim Sonnenaufgang.

Der Spiehlerweg ist benannt nach dem Bergsteiger Anton Spiehler, der diese Gebirgsgruppe erschlossen hatte. Über seilversicherte Schrofen geht es richtig steil nach unten vorbei an einigen Schneefeldern (Reste des Patrolferners) bis zum Mittelrücken des Parseierjochs, den man wieder mit Hilfe von Seilen überqueren darf. Danach folgt ein leichter Höhenweg bis man die Wegscharte erreicht. Auch hier helfen Seile den Bergsteigern beim Aufstieg. An der Scharte angekommen hat man jetzt zwei Möglichkeiten. Zum einen kann man dem Weg rechts in Richtung Memminger Hütte folgen oder man nimmt zum anderen noch zwei oder drei Gipfel mit. Hält man sich links kommt erst der vordere (2.685M), dann der mittlere (2.702m) und zum Schluss der hintere Seekopf (2.714m). Ich bin bis zum mittleren Seekopf gewandert und habe dort eine lange Rast gemacht.

Der Obere Sewisee umrahmt von den Lechtaler Alpeln.

Nachdem man den Weg komplett bis zur Wegscharte zurückgehen muss, habe ich dann auf den hinteren Seekopf verzichtet. Von allen drei Gipfel hat man einen schönen Ausblick auf die Memminger Hütte und die Bergseen, die in direkter Nähe liegen. Oberer Seewisee, Mittlerer Seewisee und Unterer Seewisee. Nachdem man die Wegscharte rechts liegen hat lassen geht es in Richtung Oberer Seewisee, den man auf der linken Seite passiert. Auf einem schmalen Pfad, der teilweise auch durch ein Bachbett geht, gelangt man zum Mittleren Seewisee. Unterhalb davon zweigen noch einige Wege ab. Zum einen kann von hier aus zum Württemberger Haus queren oder auch nach Zams laufen – die Standardroute für den E5. Ich bin bis zum Unteren Seewisee gewandert und habe dann die Hütte angesteuert. Weil ich noch nicht ausgepowert genug war, habe ich dann noch spontan und ohne Gepäck den Seekogel gemacht. Der Hausberg der Hütte liegt auf 2.412m und ist in einer knappen halben Stunde problemlos zu besteigen.

Fakten:

Überquerung Augsburger Hütter zur Memminger Hütte: 5-6 Stunden (meine reine Gehzeit war 4 Stunden mit den drei Gipfeln)
Aufstieg Seekogel: 30 Minuten
Aufstieg: ca. 900m
Abstieg: ca: 800m

Memminger Hütte – Ansbacher Hütte – Grins

Frühmorgens ging es dann weiter in Richtung Ansbacher Hütte. Der Weg irritierte mich aber anfangs, weil explizit an der Beschilderung stand, dass dieser Teil des Tiroler Adlerwegs nur für geübte Bergsteiger sei. Gleich einmal vorweggenommen: Bis auf den seilversicherten Aufstieg auf die Grießlscharte war der Weg relativ einfach. Los ging es aber erst einmal in Richtung Parseiertal vorbei an vielen Steinböcken, die teilweise fünf Meter neben dem Weg einfach stehen blieben. Es geht relativ weit ins Tal, ehe man nach der Überquerung eines kleinen Baches auf der anderen Seite erst einem schmalen Waldweg folgt. Auf der rechten Seite lässt man eine Biwakmöglichkeit liegen und folgt dem Weg immer steiler nach oben bis man dann den genannten seilversicherten Steig erreicht. Zuvor folgt man aber über allerlei Geröll der guten Beschilderung nach oben.

Sonnenaufgang auf der Memminger Hütte.

Der bei nassem Wetter rutschige Steig hatte es noch einmal in sich und ist die Schlüsselstelle auf dem Weg zur Ansbacher Hütte. Auf der Grießlscharte angekommen geht es erst sanft in Richtung Tal ehe ein Gegenanstieg folgt, der auf dem Winterjoch endet. Hier kann man links abbiegen in Richtung Augsburger Höhenweg, ich bin aber rechts abgebogen in Richtung Ansbacher Hütte über die Kopfscharte. Nach einem steten Auf und Ab erreicht man dann die Ansbacher Hütter. Normalerweise übernachtet man jetzt auf der Hütte und geht dann ins Tal oder setzt die Hüttentour fort. Ich musste aber ins Tal und bin anschließend nach Schnann abgestiegen. Der Weg war relativ einfach, es geht stetig ins Tal hinab, bis man die Fritzhütte erreicht an der man eine Pause einlegen kann. Danach folgt man dem Weg nach unten, ich war mir hier aber teilweise nicht sicher, ob ich richtig bin, weil der Wanderpfad teils sehr steil war und die diversen Brücken und Geländer keinen wirklich sicheren Eindruck machten. Letztendlich kam ich aber wohlbehalten unten an. In Schnann fährt man dann mit dem Bus zurück nach Pians und geht den restlichen Weg zum Freibad nach Grins zu Fuß.

Teilweise war der Abstieg von der Ansbacher Hütte abenteuerlich, die Konstruktionen sahen nicht wirklich vertrauenserweckend aus.

Fakten:

Memminger Hütte zur Ansbacher Hütte: 5-6 Stunden (ich habs in knapp vier Stunden geschafft)
Ansbacher Hütte nach Schnann: ca. 2 Stunden (geht aber auch in 1.15h) 
Aufstieg: 1040m
Abstieg: 900m bis zur Ansbacher Hütte, 1200m bis nach Schnann

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