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Tomorrowland: Travelguide, Viagogo und Dreamville

Tomorrowland ist das weltweit größte Festival der elektronischen Tanzmusik. Für das Spektakel pilgern jeden Sommer die besten DJs des elektronischen Spektrums ins belgische Boom. Dieses Jahr war ich auch endlich mal dabei – freilich nur als Besucher. Mein Erfahrungen rund um die Reise und den Aufenthalt am Gelände schildere ich hier.

Um das Bracelett geht es. Nur damit kommt man auf das Festivalgelände und auch den Zeltplatz. Außerdem ist es das einzige Zahlungsmittel – mit Ausnahme des Supermarktes, da muss man mit Kreditkarte zahlen.

Tickets: Normal oder über Viagogo

Es ist schwierig an Tickets zu kommen, denn die 200.000 Tickets, die es jeweils für eines der beiden Wochenende zu ergattern gilt, sind normalerweise binnen weniger Sekunden vergriffen. Meistens an einem Samstag um 17 Uhr im Februar geht der Vorverkauf los, die Server wackeln kräftig beim Ansturm der feierwütigen Fans und oftmals gehen die Tanzjünger leer aus. So wie wir auch wie so oft. Es waren lediglich noch (sehr teurere) Global Journey Tickets, die mit Anreise waren, übrig. Allerdings bringt es mir aus Erlangen nichts, wenn ich von Köln aus nach Belgien fliegen soll. Dieses Jahr wollten wir aber unbedingt hin und so schaute ich mich bei Viagogo um und wurde fündig. Es gab noch Karten für Tomorrowland inklusive des Dreamville-Zeltplatzes. Allerdings waren die Karten schon knappe 200 Euro teurer als regulär (regulärer Preis 360.-€ für den Dreamville-Zeltplatz plus Festivaleintritt), dazu kam noch eine happige Gebühr, sodass wir pro Karte bei knapp 720.-€ lagen. Sein Ticket oder besser sein Festivalbändchen haben wir aber nicht schon vorab bekommen, sondern musste sich mit der ausgedruckten Viagogo-Bestellung und seinem Personalausweis sein Bändchen direkt am Anreisetag ausgeben lassen. Gleich vorneweg: Der Vorgang hat wunderbar geklappt.

Der Eingang zum Zeltplatz Dreamville.

Dreamville – Der Campingplatz für 30.000 Leute

Bereits am Donnerstag, also einen Tag vor dem Festival, öffnet der riesige Campingplatz seine Pforten. Es empfiehlt sich schon am Mittwoch anzureisen, um dann am Donnerstagfrüh aufs Gelände zu kommen. Offiziell machte der Kartenumtausch um 10 Uhr auf und der Campingplatz öffnete seine Tore um elf Uhr, allerdings ging es schon deutlich früher los. Wir bekamen zügig unser Bändchen, das wir aber noch online aktivieren mussten, holten unsere Sachen aus dem Bus und marschierten schon mit Gepäck (Rollwagen nicht vergessen) auf das Gelände. Die Zeltplätze werden der Reihenfolge nach vergeben – also von vorne nach hinten. Vorne in diesem Fall war der Weg zum Festivalgelände, hinten der Ausgang zum Parkplatz des Zeltplatzes. Immer wieder geben Helfer Teile des Rasens frei auf dem man sich dann schnell einen Platz sichern sollte. Wir hatten einen Scheren-Pavillon dabei, der nur ausgeklappt werden musste und hatten damit schon die halbe Miete für einen guten Platz. Unsere Nachbarn zäunten erst einmal den Platz ein und bauten danach Pavillons und Zelte auf. Nachdem sich rund 30.000 Leute auf dem Campground tummeln empfiehlt sich wie erwähnt eine frühe Anreise, um einen guten Platz zu ergattern. Am Abreisetag muss man bis 12 Uhr vom Gelände sein, viele Leute sind auch schon am Sonntag abgereist. Auch die Abreise gestaltet sich unkompliziert und entspannt –  wie das ganz Festival im Übrigen.

Selbst Grills stehen bereit (inklusive Grillzangen) und warten schon auf Grillgut.

Parkticket nicht vergessen

Wichtig: Kauft euch vorab ein Ticket für 20.-€ für den Parkplatz am Campingplatz, der fußläufig und schnell vom eigenen Zelt zu erreichen ist. Mein Campingbus war damit sozusagen das Basislager (ideal dank des funktionierenden Kühlschrankes). 

Ansonsten gibt es auf dem Campingplatz alles: Vom Friseur über den Supermarkt bis zur Handyladestation. Teilweise gab es an den Stores lange Warteschlangen – beispielsweise beim Friseur saßen die Mädels am Freitag Früh schon lange vor der Öffnungszeit vor der Eingangstür, lange Schlange inklusive. Viele Türme stehen den Besuchern für Getränke oder Frühstück und auch zur Information bereit. Natürlich sind auch einige Fressbuden auf dem Gelände.

Anstehen heißt es am Anfang, denn es werden erst nach und nach Bereiche für die Camper freigegeben.

Sanitäranlagen und Müll

Die Sanitäranlagen wurden mehrfach am Tag sauber gemacht und auch die Duschen waren ok. Man kann sowohl in einer Einzelkabine duschen (gegen Aufpreis) oder sich an den Außenduschen erfrischen oder waschen. Ich habe die Außenduschen genommen, weil auch dort das Wasser angenehm warm war und ich auch keinen Bock hatte mich anzustellen. Vor allem gegen Mittag ist die Schlange zu den Duschen und teilweise zu den Klos relativ lange, deswegen gleich früh alles erledigen. Müll wird regelmäßig eingesammelt, jeden früh geht eine Horden von – unverschämt gut gelaunten – Volunteers über das Gelände und sammelt den groben Müll ein, zusätzlich gibt es an jeder Ecke große Mülltonnen. Witzig ist die Idee des Festivals die Besucher zum Müllssammeln zu animinieren. Es werden spezielle Müllbeutel verteilt in denen man Dosen und Verpackungen sammeln kann. Dieses Säcke kann man dann an einer Sammelstelle abgeben und bekommt pro Sack einen Anhänge für ein Armband – begehrte Sammlerstücke für echte Fans.

Für die Camper gibt es sogar ein eigenes Warm Up: The Gathering ist die Bühne direkt in Dreamville.

Bezahlung

Man benötigt auf dem Campingplatz und auch am Festivalgelände kein Geld – mit Ausnahme des Supermarktes in dem man mit Karte zahlen musste. Ansonsten dient das Bracelett als Zahlungsmittel. Aufladen kann man das Armband entweder in Bar oder per Karte. Das offizielle Zahlungsmittel sind dabei sogenannte Pearls. Ein Pearl entsprechen 1.60€. Ein große Bier hat 3,75 Pearls gekostet, also sechs Euro. Sicherlich nicht ganz günstig, aber noch im Rahmen. Lädt man zu viel Geld auf, dann wird das Geld zurückerstattet (gegen eine Gebühr von 2 Pearls). Allerdings dauert die Rückbuchung schon eine Weile. Bis Mitte August konnte man den Antrag stellen, die Auszahlung war aber zur Erstellung des Berichts noch nicht da.

Das Festivalgelände ist riesig, alleine die Bühne der Mainstage ist 180 Meter lang.

Essen und Trinken

An vielen Ecken stehen Essensbuden oder auch Getränkestände, im Dreamvill sind die Preise günstiger als direkt am Festival, man kann aber sparen indem man zumindest auf den Campingplatz alles mitbringt. Zwar sind offiziell nur sechs Dosen Bier pro Person erlaubt und auch Gas für den Gaskocher darf man offiziell nicht mitbringen, aber am Eingang wurde man nur auf Glas kontrolliert und durfte ansonsten alles mitbringen. Teilweise Wagenladungsweise wurden so Getränke auf den Platz gekarrt. Witzig sind die Grills, die an vielen Stellen des Geländes stehen und die jeden Tag angeschürt werden. Hier kann man dann sein mitgebrachtes oder auch gekauftes Grillgut kostenfrei garen, selbst Grillzangen werden gestellt.

Egal., ob Sonne oder Regen, wir hatten Spaß und kommen wieder!

The Gathering und das Festival

Für alle Campingplatzbenutzer gibt es sogar eine Vor-Party am Donnerstagabend. Für das so genannte “The Gathering” wird sogar eine eigene kleine Bühne aufgestellt und es spielen durchaus bekannte DJs, bei uns waren das unter anderem Yves De Ruyter und Netsky. Zum Warm Up ist  der Vorabend natürlich perfekt. Ansonsten ist das Festival perfekt organisiert, meist sind Sanitäranlagen schnell erreichbar, in einem der großen WCs unter der Mainstage spielt sogar ein DJ. Außerdem gibt es an jeder Ecke Trink- und Essstationen.

Geht man dann am nächsten Tag auf das Festivalgelände, muss man sich schon erst einmal orientieren. Tomorrowland findet auf dem Gelände eines ehemaligen Freizeitparks statt und versprüht dadurch schon einen besonderen Charm. Leider war das Riesenrad bei uns nicht geöffnet bzw. hat sich nie gedreht. Von ganz oben soll man einen tollen Blick auf das Gelände bekommen. Durch die vielen Ordner, Wegweiser und die Karten, die man am Eingang bekommt, kommt man auf dem riesigen Gelände aber jederzeit gut zurecht – auch wenn man sich bei 15 Bühnen schon einen sehr guten Plan zurechtlegen muss, um alle Acts, die man sehen will, auch zu sehen bekommt. Abends ist natürlich die Mainstage zu empfehlen, die immer wieder mit neuen Lichteffekten und Pyroshows aufwartet. Für einen guten Überblick empfiehlt sich ein Platz am Hügel rund um die Bühne, dort hat man von überall aus einen tollen Blick auf die Show und laut genug ist es außerdem.

Tomorrowland 2019 Aftermovie

Alles in allem ein rundum perfekt organisiertes Festival zu dem ich gerne wiederkomme.

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